Grillen im Garten und auf dem Balkon

Grillen und Nachbarrecht

So schön der Sommer und das mit ihm verbundene Grillen sind – leider ist dies nicht selten mit Streitigkeiten unter Nachbarn verbunden oder zumindest doch der Uneinigkeit darüber, wer wie oft und auf welche Weise grillen darf.

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Vor allem bei der Verwendung eines Holzkohlegrills kommt es fast unvermeidlich zu einer starken Geruchsbelästigung der Nachbarn, die dies nicht einfach hinnehmen müssen. Das Landesimmissionsschutzgesetz schützt sie in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg insofern, dass der Qualm nicht in ihre Wohn- und Schlafräume ziehen darf.

Im Vorteil sind die Bewohner von freistehenden Einfamilienhäusern oder auch Reihenhäusern, solange der Abstand zum Nachbarn groß genug ist.

Grillen auf dem Balkon

Fakt ist: Wer in einem Mehrfamilienhaus in enger Nachbarschaft lebt, darf nicht unbedingt so oft auf seinem Balkon oder der Terrasse grillen, wie es ihm beliebt. Wer also nicht möchte, dass ein schöner Grillabend unverhofft vor dem Kadi endet, sollte rechtzeitig die rechtliche Lage überprüfen.

Wie oft darf man grillen?

Die Entscheidungen, die in verschiedenen Gerichtsurteilen der letzten Jahre getroffen wurden, weichen durchaus voneinander ab. Daraus resultierend können an dieser Stelle nur ungefähre Richtwerte und Empfehlungen genannt werden, die Einzelfallentscheidungen nicht ersetzen. Rücksichtnahme auf die Nachbarn ist oberstes Gebot.

Urteile zum Thema Grillen

Laut dem AG Bonn 1997 ist es in Ordnung, von April bis September einmal monatlich den Grill auf seinem eigenen Balkon oder der Terrasse in Betrieb zu nehmen – wenn man seine Nachbarn spätestens 48 Stunden vorher informiert hat.

Häufiger hingegen – nämlich zweimal im Monat – darf man gemäß dem LG Aachen in dem am weitesten von allen Nachbarn entfernten Teil des Gartens grillen.

Das LG Stuttgart 1996 hingegen gesteht in seinem Beschluss Grillfreunden auf der Terrasse drei Grillabende oder sechs Stunden jährlich zu.

Grillen im Garten

Gemäß dem Bayerischen Obersten Landesgerichts darf im Garten einer Eigentumswohnanlage aber auf jeden Fall gegrillt werden, und das sogar auf Holzkohle und bis zu fünfmal im Jahr.

Andere Gerichte (AG Hamburg-Mitte, 40 C 229/1972 , LG Düsseldorf, 25 T 435/90) hingegen untersagen das Grillen mit einem offenen Holzkohlengrill auf dem Balkon komplett. In diesem Fall kann aber auf einen Elektrogrill oder einen Lavastein-Gasgrill zurückgegriffen werden.

Die Hausordnung und das Grillen

Das letzte Wort hat jedoch der Vermieter: Er darf im Mietvertrag das Grillen grundsätzlich untersagen und bei Nichtbeachtung sogar den Mietvertrag schriftlich kündigen. (LG Essen 2002)

Oft vergessen: der Lärmschutz

Gemütliche Grillabende haben es an sich, dass sie draußen stattfinden. Gerade in Verbindung mit einer Feier und mehreren Gästen kommt es häufig zur Lärmbelästigung – ein Aspekt, der in Verbindung mit dem Grillen häufig vernachlässigt wird.

Auch hier haben die Nachbarn jedoch das Recht auf Nachtruhe – nach 22 Uhr sollte es also deutlich ruhiger und die Feierlichkeit nach drinnen verlagert werden.

Das Urteil des OLG Oldenburg (13 U 53/02) räumt hier mehr Freiheiten für den Grillfreund ein und sieht es als angemessen an, viermal im Jahr bis Mitternacht draußen zu grillen.

Die friedliche Lösung

Elektrogrill

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Neben dem Umstieg auf einen Elektrogrill oder einen Lavastein-Gasgrill kann es sich lohnen, ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis zu pflegen. Denn: Wo kein Kläger, da auch kein Richter.

Tolerante Nachbarn drücken gern einmal ein Auge zu oder suchen rechtzeitig das Gespräch. Und obendrein freuen sie sich, wenn sie kurzerhand zum Grillvergnügen eingeladen werden.

Weitere Informationen zum Thema “Grillen auf dem Balkon” finden Sie in unserem neuen Artikel: Grillabende auf dem Balkon oder im Garten: Das ist erlaubt!

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