BlĂ€tter und Samenflug – ein leidiges Thema

Laub vom Nachbarn im eigenen Garten

Über Geschmack lĂ€sst sich streiten – deshalb kann man seinem Nachbarn natĂŒrlich nicht vorschreiben, welche Bepflanzung er fĂŒr seinen Garten zu wĂ€hlen hat. Ärgerlich wird es jedoch dann, wenn der eigene Garten von den AuswĂŒchsen und Hinterlassenschaften eben jener Bepflanzung betroffen ist. Denn Laub, Samen und damit leider auch unerwĂŒnschtes Unkraut machen nicht am Gartenzaun halt.

Ärgernis Laubfall

Im Herbst immer wieder ein Ärgernis ist das Laub, das in großer Menge von den BĂ€umen fĂ€llt. Durch ĂŒberhĂ€ngende Äste oder vom Wind getrieben gelangt es auch auf das NachbargrundstĂŒck.

Der Nachbar muss sich mit dieser Tatsache aber nicht in jedem Fall abfinden. Der Gesetzgeber hat hier fĂŒr klare Richtlinien gesorgt, denen in manchen FĂ€llen sogar bereits gepflanzte BĂ€ume weichen mĂŒssen.

Mit der normalen Menge an Herbstlaub muss der Nachbar leben, ohne AnsprĂŒche gegen den Baumbesitzer geltend machen zu können, da es sich nur um eine „unwesentliche BeeintrĂ€chtigung“ handelt.

Was ist eine Laubrente?

Wenn der Laubfall das ĂŒbliche Maß ĂŒbersteigt und die Beseitigung der BlĂ€tter damit fĂŒr einen ĂŒberproportional hohen Aufwand bedeutet, handelt es sich um eine „wesentliche BeeintrĂ€chtigung“. Dann kann der Besitzer der BĂ€ume zu einer jĂ€hrlichen Ausgleichszahlung verpflichtet werden, der so genannten Laubrente. Die Höhe der Laubrente entspricht den Kosten, die fĂŒr den höheren Aufwand zur Reinigung entstehen. Beispielsweise musste ein Baumbesitzer mit 260 Euro jĂ€hrlich fĂŒr die Hinterlassenschaften seiner Kiefer aufkommen (LG LĂŒbeck; 2.9.1986; Az. 14 S 122/85).

Wenn die BĂ€ume weichen mĂŒssen 


Ein wichtiger Punkt bei AnsprĂŒchen wegen störendem Laubfall ist der Abstand zum NachbargrundstĂŒck. Steht ein Baum zu nah an der Grenze, kann der Nachbar auf der FĂ€llung des Baums bestehen. Nicht immer ist das aber durchsetzbar, etwa dann, wenn der Baum schon zu lange an seinem Platz steht, ohne dass vom Nachbarn etwas unternommen wurde.

UnerwĂŒnschter Samenflug

Die Samen diverser GewÀchse werden vom Wind durch die Luft und in Nachbars Garten getrieben.

Besonders Àrgerlich ist der Samenflug dann, wenn ein Nachbar seinen Garten sorgfÀltig pflegt und der andere Nachbar seinen Garten verwildern und das Unkraut gedeihen lÀsst. Brennnesseln, Disteln und Löwenzahn gehören zwar zur Natur, sind aber in einem gepflegten Garten kein schöner Anblick.

Doch auch beim Samenflug verhĂ€lt es sich wie beim Laubfall. In ortsĂŒblichem Maße muss der Samenflug hingenommen werden.

Ein Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch gemĂ€ĂŸ BGB §1004 ergibt sich hier in den meisten FĂ€llen nicht, auch bei verwilderten GĂ€rten. Eine Ausnahme ergibt sich durch Ambrosia (Traubenkraut), das ein starker Allergieauslöser sein kann und daher beseitigt werden muss.

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